Bayerischer Rundfunk: Krumpholz ist Weltmarke

Adidas, der Spielzeug-Eisenbahn-Hersteller Märklin, Besteckhersteller WMF – sie alle sind “Marken des Jahrhunderts”. Seit Kurzem darf sich in die Reihe dieser Weltmarken auch der Werkzeughersteller Krumpholz stellen. Ein kleines, feines Familienunternehmen im Frankenwald.

Der Hammer im Frankenwald

 

Ganz unscheinbar liegt neben dem plätschernden Rehbach mitten im Frankenwald eine kleine Schmiede. Aber statt Idylle gibt es hier in erster Linie harte Arbeit. Denn in der Schmiede ist es heiß und laut – der Boden vibriert durch die vielen Schläge auf den Amboss.

 

200 Jahre Tradition

 

Der Betrieb liegt in Familienhand. Seit über 200 Jahren wird im Guttenberger Hammer Garten- und Forstwerkzeug hergestellt. Der Name wurde zur Marke. Zur Marke des Jahrhunderts. Erst kürzlich wurde die Schmiede mit diesem Titel ausgezeichnet und reiht sich damit in eine namhafte Liste von Firmen wie Adidas, Märklin oder WMF ein.

„Die Firma Krumpholz steht für Qualitätswerkzeuge aus dem Frankenwald.“

Claus Krumpholz, gelernter Schmied, strahlt, während er das erzählt. Er hat den Betrieb 2003 von seinem Vater übernommen. Und damit die Familientradition fortgesetzt. Er ist der siebte Krumpholz hier und Nummer acht steht auch schon mit dem Hammer in der Hand in der Schmiede. Für Claus Krumpholz Junior steht fest: Auch er wird mit der Tradition nicht brechen und den Betrieb fortführen.

Den klassischen Beruf des Schmiedes kann man allerdings nicht mehr lernen. Der Junior studiert deshalb derzeit Maschinenbau. Eine Art Notfallplan – schließlich weiß man nie, was kommt.

 

Konkurrenz aus China

 

Denn der Betrieb hatte immer wieder zu kämpfen. Importe aus Osteuropa oder China haben den Markt nahezu lahmgelegt. Jetzt sei aber ein Wandel zu spüren – Qualität wird immer wichtiger, erzählt Krumpholz Senior.

“Diese Geiz-ist-geil-Mentalität löst sich langsam auf. Man geht wirklich zu Regionalität und Nachhaltigkeit. Und die zahlt sich am Ende aus.”

 

Aus dem Frankenwald in die Gärten der Welt

 

600 Tonnen Stahl werden jährlich im Guttenberger Hammer verarbeitet. Auch wenn die Produkte nicht über eine große Fläche verbreitet werden, gibt es genügend Abnehmer: Deutschlandweit in familienbetriebenen Gartencentern, aber auch in Österreich, der Schweiz, in Russland oder sogar in Japan sind die Kunden. Die Hämmer in der Schmiede werden mit Wasserkraft angetrieben und auch der Strom für die Maschinen wird selbst vor Ort produziert.

 

Unikate aus Stahl

 

Viele Stücke, die die Schmiede verlassen, sind Unikate. Der Schmied muss auf sein Material reagieren, sich anpassen. Und das reizt auch Hagen Mund. Er arbeitet seit knapp drei Jahren für die Familie Krumpholz.

Ideen für die Zukunft des Betriebs hat die Familie viele. Anbauen will man, sich ein wenig vergrößern und innovativ in die Zukunft blicken. Der Schmiedehammer im Frankenwald wird also weiter schlagen.

© www.br.de – von Kristina Kreutzer

2018-05-08T16:44:11+00:00